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Wirkprinzipien im Detail

Lage und Beweglichkeit der Gebärmutter

Die Gebärmutter ist im kleinen Becken nicht starr fixiert, sondern beweglich durch mehrere, mit dem Skelettsystem verbundene Bänder aufgehängt. Beckenboden, Beckenfaszien, Bindegewebe und verschiedene Haltestrukturen geben ihr Stabilität und ermöglichen zugleich die Beweglichkeit und Dehnbarkeit, die zu ihrer normalen Funktion gehören.

Es können verschiedene Lagevarianten vorliegen:

  • Anteversion – die Gebärmutter ist nach vorn geneigt; bei einer Retroversion nach hinten.
  • Anteflexion – der Gebärmutterkörper ist nach vorn abgeknickt oder gebogen; bei einer Retroflexion nach hinten.
Die häufigsten Lagevariationen der Gebärmutter (Seitenansicht). Die gestrichelte Linie zeigt jeweils die Normalposition.
Seitliche Darstellung der Gebärmutter in Normalposition
A Normalposition
Gebärmutter in Anteversion – nach vorn geneigt
B Anteversion
Gebärmutter in Retroversion – nach hinten geneigt
C Retroversion
Gebärmutter in Anteflexion – Körper nach vorn abgeknickt
D Anteflexion
Gebärmutter in Retroflexion – Körper nach hinten abgeknickt
E Retroflexion

Am häufigsten liegt eine Kombination aus Anteversion und Anteflexion vor. Die Gebärmutter kann jedoch ebenso zur Seite geneigt beziehungsweise abgeknickt sein. Diese unterschiedlichen Positionen sind zunächst anatomische Varianten und für sich allein noch kein krankhafter Befund.

Entscheidend ist nicht nur die Richtung der Neigung, sondern besonders, wie ausgeprägt sie ist und ob die Gebärmutter frei beweglich bleibt. Bei einer starken Abknickung, seitlichen Verlagerung, Senkung oder eingeschränkten Beweglichkeit können Spannungen entstehen und benachbarte Strukturen wie Blase, Darm, Eierstöcke oder Beckenboden belastet werden. Beschwerden zeigen sich häufig vor oder während der Menstruation deutlicher, wenn sich Volumen und Durchblutung der Gebärmutter verändern.

Zu einer veränderten Lage oder verminderten Beweglichkeit können unter anderem Narben und Verwachsungen nach Operationen, Spannungen im Bindegewebe, Beckenschiefstände, Stürze auf Steiß- oder Kreuzbein, Veränderungen nach Schwangerschaft und Geburt sowie eine Schwäche der Haltestrukturen beitragen. Schweres Heben oder starke körperliche Belastung können insbesondere bei einem bereits geschwächten Beckenboden eine zusätzliche Rolle spielen.

Bei der Behandlung arbeite ich von außen am Bauch, Becken und unteren Rücken. Faszien, Narbengewebe und die Bereiche der organtragenden Strukturen werden sanft behandelt. Ziel ist nicht, die Gebärmutter gewaltsam in eine bestimmte Position zu bringen, sondern Spannungen zu reduzieren, die Beweglichkeit des Gewebes zu verbessern und sie darin zu unterstützen, eine möglichst freie und physiologisch günstige Lage einzunehmen.

Die Lagevarianten sind zunächst normale anatomische Möglichkeiten und für sich genommen kein Krankheitsbefund. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.